Start Bild

 
Vergütungssätze 2011 für Photovoltaikanlagen                      Update: 30.03.2011

Solar überholt erstmals Atom: Installierte Photovoltaik-Nennleistung höher als AKW-Kapazitäten in Deutschland

Relative Photovoltaik-Leistung am 23.03.2011, 12 Uhr
Relative Photovoltaik-Leistung am 23.03.2011, 12 Uhr

In der 12. Kalenderwoche 2011 ist in Deutschland erstmals mehr Solar-Kapazität am Netz als AKW-Leistung. Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von rund 17 Gigawatt (GW) übertreffen nach dem Herunterfahren der ältesten deutschen Atomkraftwerke erstmals die Kernkraftwerke mit insgesamt etwa 15 GW. Allerdings erzeugen die PV-Anlagen nicht ununterbrochen Strom. 2010 wurden in Deutschland nach Zahlen des Bundesumweltministeriums rund 12 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom produziert, der Anteil am Stromverbrauch stieg auf 2 %.

Nach Angaben der Betreiber produzierten die deutschen AKW im vergangenen Jahr rund 140 Milliarden kWh Strom. Laut vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) betrug der Anteil der Atomenergie am Primärenergieverbrauch 10,9 %, sämtliche erneuerbare Energien kamen 2010 laut AGEB auf 9,4 %.

 

Atomkraftgegner: Atomkraft und Kohle können zügig abgelöst werden

"Mit überfälligen Verbesserungen beim Energiesparen und der Energieeffizienz wie weiterem Ausbau der Erneuerbaren Energien können wir zügig die Atomkraft und dann auch die klimaschädliche Kohlekraft ablösen", kommentiert die Bayern Allianz für Atomausstieg + Klimaschutz. Noch 1993 prognostizierten die Stromkonzerne, dass auch langfristig mit Sonne, Wasser und Wind nicht mehr als 4 Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt werden könnten. Heute werden schon 20 Prozent des deutschen Stromverbrauchs regenerativ gedeckt. 2020 können es bereits 50 Prozent sein. "Und ab etwa dem Jahr 2030 wollen wir uns in den meisten Gemeinden und Landkreisen zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energien versorgen", so die bayerischen Atomkraftgegner.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien müsse jedoch begleitet werden durch intelligentes Verbrauchsmanagement (Lastmanagement), den Umbau des Stromnetzes und die Schaffung vielfältiger, vornehmlich dezentraler Energie- und Stromspeicher.

 


 

Photovoltaik: Bundeskabinett beschließt maßgebliche Neuregelungen zum EEG



  • Einigung auf unterjährige Kürzung der Einspeisevergütung von bis zu 15 Prozent
  • Vertrauensschutz für das Grünstromprivileg
  • Einspeisemanagement für Großanlagen über 100 kWp

 

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch, den 2. Februar 2010, die sogenannte Formulierungshilfe mit maßgeblichen Änderungen der Rahmenbedingungen der Photovoltaik in Deutschland beschlossen.  Das Regierungsorgan billigte die gemeinsam mit dem BSW-Solar (Bundesverband für Solarwirtschaft) abgestimmte vorgezogene Kürzung der EEG-Einspeisevergütung, nahm Bezug auf die geplante Begrenzung des Grünstromprivilegs und beschloss die Einführung eines Einspeisemanagements für große Solaranlagen. Unabhängig von diesen Festlegungen wird die EEG-Novelle in diesem Jahr noch einmal auf den Prüfstand kommen.

EEG-Einspeisevergütung wird vorgezogen
Die erst zum Jahresende geplante Kürzung (Degression) der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom soll vorgezogen werden und bei entsprechender Marktentwicklung schon zu den folgenden Terminen in Kraft treten:
- für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zum 1. September 2011
- für alle übrigen Photovoltaik-Anlagen zum 1. Juli 2011.
Der Bemessungszeitraum für diesen Teil der Degression sind die Monate März, April und Mai 2011. Die Bundesnetzagentur wird anhand der Anlagenmeldungen den Zubau in diesen Monaten für das Jahr 2011 hochrechnen. Außerdem soll ein weiterer Degressionsschritt von 3 Prozent bei Überschreitung eines Photovoltaik-Zubaus von 7.500 MW eingeführt werden. Die Absenkung zum 1. Juli 2011 kann damit bis zu 15 Prozent betragen. Die Gesamtdegression zum 1. Januar 2012 entspricht zusammen mit der vorgezogenen Degression maximal 24 Prozent.

Bundesumweltministerium rudert beim Grünstromprivileg zurück
Der ursprüngliche Plan, die Begrenzung des sogenannten Grünstromprivilegs bereits zum 1. Juli 2011 einzuführen, wurde fallen gelassen. Das Adhoc-Manöver stieß in der Energiewirtschaft – unter anderem bei Bundesverband der Erneuerbaren Energien – auf breite Kritik.
Das Prinzip der Grünstromvermarktung ist auf der Ebene der Stromversorgungsunternehmen ein gezielter Anreiz, die erneuerbaren Energien in den Strommarkt in Deutschland zu integrieren. Stromversorger, die an Endverbraucher liefern, werden von der EEG-Umlage befreit, wenn mehr als 50 Prozent des vertriebenen Stroms aus EEG-Stromerzeugungsanlagen stammt. Der wirtschaftliche Vorteil betrug im Jahr 2010 2 Cent/kWh, in 2011 schon 3,5 Cent/kWh. Der ursprüngliche Vorschlag, den wirtschaftlichen Vorteil bereits zur Jahresmitte auf 2 Cent/kWh zu begrenzen, wird jetzt erst zum 1. Januar 2012 im Zusammenhang mit der EEG-Novelle eingebracht.
Das Grünstromprivileg ist besonders für mittelständische Stromvertriebe ein wichtiges marktwirtschaftliches Element, da sie mit einem kleineren Kundenstamm eher als große Unternehmen in der Lage sind, die maßgebliche Grenze von 50-Prozent EEG-Strom zu überschreiten.

Verpflichtung zum Einspeisemanagement für Photovoltaik-Großanlagen wird als notwendig angesehen
Gegenstand des Kabinettbeschlusses war auch das Thema Netzsicherheit. Spätestens bis zum 1. Januar 2012 soll eine gesetzliche Regelung gefunden werden, um Photovoltaikanlagen mit einer Kapazität von mehr als 100 kWp in das Einspeisemanagement einzubeziehen. Anlagen dieser Dimension können danach in Fällen von Netzschwankungen ferngesteuert runter geregelt werden. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle begrüßt die Entscheidung: "Angesichts des Photovoltaik-Booms wird es immer dringlicher, dass bei drohenden Netzengpässen die Einspeisung von PV-Strom in das Stromnetz abgeregelt werden kann. Sonst müssen wir bei sonnigem Wetter einen Netzausfall befürchten." Auch vor dem 1. Januar 2012 errichtete Photovoltaikanlagen sollen für das Einspeisemanagement verpflichtet werden, erhalten dafür aber eine kurze Übergangsfrist.

Die vom Bundeskabinett beschlossene Formulierungshilfe wird als Nächstes an die Koalitionsfraktionen weitergeleitet. Der Änderungsentwurf wird gemeinsam mit dem "Europarechtsanpassungsgesetz Erneuerbare Energien“ (EAG EE) das parlamentarische Verfahren weiter durchlaufen. Eine Zustimmung des Bundesrates ist nicht erforderlich.

 

 


 

Photovoltaikanlagen: Neues Online-Meldeportal soll Anlagenbetreiber entlasten
Nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ermittelt die Bundesnetzagentur jährlich die Vergütungs- und Degressionssätze für das Folgejahr

 

(04.11.10) - Die Bundesnetzagentur hat im Bundesanzeiger die neuen Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) veröffentlicht. Für PV-Anlagen, die 2011 in Betrieb genommen werden, sinkt die Vergütung im Vergleich zu den aktuellen Sätzen um                  13 Prozent. Damit erhält der Anlagenbetreiber für jede in das Netz eingespeiste Kilowattstunde Photovoltaikstrom, je nach Standort und Größe der Anlage, einen Betrag zwischen 21,11 Cent und 28,74 Cent.

Nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ermittelt die Bundesnetzagentur jährlich die Vergütungs- und Degressionssätze für das Folgejahr. Grundlage hierfür sind die Angaben der Betreiber von PV-Anlagen für ihre neu installierte Anlage. Das EEG enthält mehrere Schwellenwerte für eine höhere bzw. geringere Degression.

Um die Degressionssätze für 2011 zu ermitteln, waren aufgrund der zusätzlichen Absenkung der Vergütungssätze durch den Gesetzgeber 2010 nur die Meldungen neuer Photovoltaikanlagen von Anfang Juni bis Ende September 2010 zu berücksichtigen und entsprechend des EEG auf das gesamte Jahr hochzurechnen.

"Allein im Juni dieses Jahres ist eine Leistung von über 2.000 Megawatt installiert worden. Das ist mehr als in den gesamten fünf Monaten zuvor", hob Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, hervor. Von Januar bis September 2010 summierten sich die Neuinstallationen auf über 5.250 Megawatt. Im Vergleich dazu wurden im gesamten Jahr 2009 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von etwa 3.800 Megawatt neu installiert.

Kurth wies in diesem Zusammenhang auf eine Neuerung im Meldeverfahren hin. Ab sofort können Betreiber von PV-Anlagen die Anlagedaten über das neue PV Meldeportal der Bundesnetzagentur online mitteilen. Bislang konnte das Formular zur Meldung dieser Anlagen nur per Brief, Fax oder E-Mail an die Bundesnetzagentur gesandt werden.

"Diese moderne, schnelle Datenübermittlung entlastet die Anlagenbetreiber deutlich. Ich rate den Anlagenbetreibern, jetzt das neue PV-Meldeportal zu nutzen. Sie erhalten dadurch zeitnah eine Bestätigung der Registrierung mit allen gemeldeten Daten. Anlagenbetreiber, die den Internetzugang nicht nutzen möchten, können die Angaben zu ihren PV-Anlagen auch weiterhin in das entsprechende Formular eintragen und der Bundesnetzagentur zusenden", sagte Kurth. (Bundesnetzagentur: ra)